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Slipknot
Ein moderner Traditionalist

Slipknot stehen in kreativer Hinsicht zweifelsfrei an der Spitze der gesamten Neo Metal-Posse. Während andere Formationen - frei von jeglicher Inspiration - heruntergestimmte Gitarrenriffs gepaart mit rappenden Vocals uns immer wieder als etwas völlig Innovatives anpreisen wollen, revolutionieren Frontmann Corey und seine acht Mitmusiker das komplette Genre. So viel Eigenständigkeit zahlt sich aus, denn das Debut der Band erlangte in den Vereinigten Staaten bereits Platinstatus. Um das zweite Album, das den Titel "Iowa" trägt, ranken sich indes große Mythen, denn die Band veranlasste, dass niemand im Vorfeld der Veröffentlichung Zugang zu den neuen Stücken haben sollte. Einzige Ausnahme bildet der "Heretic song", den Roadrunner, die Plattenfirma der Amerikaner, auf ihrer Homepage im Internet zum freien Download anbot. Also nutzte ich die Gelegenheit, um mir von Corey Informationen aus erster Hand zu holen.

"Das neue Album ist härter und düsterer ausgefallen. Mit anderen Worten: Es klingt mehr nach Metal. Wir verwendeten viele Elemente aus dem Thrash Bereich, manchmal schimmert ein wenig Black Metal durch. Hardcore und Punk finden sich ebenfalls in den Stücken wieder",

zerschlägt der Sänger Befürchtungen, dass nach dem Erfolg der ersten CD etwaige kommerzielle Einflüsse den Sound verwässert haben könnten.

"Dieses ganze Zeug zogen wir uns während unserer Kindheit rein. Trotzdem klingt die Musik total nach Slipknot. Ich war noch nie so stolz darauf, an etwas Anteil gehabt zu haben, wie das bei diesem Album der Fall ist."

Die Entwicklung hin zu noch extremeren Sounds war übrigens kein Zufall.

"Diesen Schritt vollzogen wir ganz bewusst, denn alle möglichen Leute schienen genau zu wissen, wo es für uns lang gehen muss: viele Singles, Beiträge auf MTV und so weiter. Wir sind aber anders."

Trotzdem bestreitet der Frontmann nicht, dass seine Band nach dem überwältigenden Erfolg der ersten Veröffentlichung massiven Erwartungshaltungen von allen Seiten ausgesetzt war und dieser Druck auch für Slipknot selbst zu spüren war.

"Wir haben echt nicht damit gerechnet, dass es dermaßen gut für uns laufen könnte. Viele denken, das alles wäre uns in den Schoß gefallen, doch wir haben hart für unseren Erfolg geschuftet. Als wir mit den Arbeiten zum neuen Album begannen, gab es unheimlich viele Leute, die meinten, uns sagen zu müssen, wie wir die ganze Sache anpacken müssten. Denen haben wir den Stinkefinger gezeigt. Wir haben unser Ding wie auch schon in der Vergangenheit durchgezogen. Die ganzen Meinungen von Typen, die meinten, uns unter Druck setzen können, wandelten wir in Aggression, um zu zeigen, dass wir echt angepisst sind."

Die Ansichten der Fans spielten beim Entstehungsprozess von "Iowa" allenfalls eine untergeordnete Rolle.

"Wir dachten zu keinem Zeitpunkt darüber nach, ob das, was wir gerade machen, unseren Anhängern gefällt oder nicht. Wir machen das in erster Linie für uns selbst, hoffen aber natürlich, dass auch andere Gefallen an unserer Arbeit finden. Manche Songs haben wir schon live gespielt. Die Leute sind völlig ausgerastet."

Der bisher erreichte Erfolg macht Corey verständlicherweise ziemlich stolz. Trotzdem scheint der Frontmann entgegen aller Euphorie um Slipknot mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen geblieben zu sein.

"Eines Tages wachte ich auf und musste feststellen, dass der Bus von zahlreichen Kids umgeben war. Da dachte ich mir: Scheiße, was ist denn hier los? Dadurch dass wir die Masken tragen, erkennen uns die Leute auf der Straße aber meistens nicht. Die Begeisterung der Fans zeigt sich für uns darin, dass wir fast immer die Clubs, in denen wir spielen, ausverkaufen können. Das fühlt sich gut an. Trotzdem ruhen wir uns nicht aus, denn es gibt noch viele Ziele, die wir erreichen wollen. Hoffentlich unterstützen uns die Fans in Zukunft auch noch, denn wir sind uns bewusst, dass dieser Traum innerhalb von einer Sekunde beendet sein kann."

Dass die Mitglieder von Slipknot von den Wenigsten erkannt werden, bringt den Musikern Freiheiten, von denen andere Künstler nur träumen können.

"Viele Prominente rasten regelmäßig aus, weil sie keine Privatsphäre haben. Unser ruhiges Privatleben hat uns sehr dabei geholfen, bodenständig zu bleiben. Ab und zu erkennen mich zwar Teenager anhand meiner Tattoos. Wenn sich mich so irgendwo antreffen, bringen sie mich aber nicht mit dem Image, das wir auf der Bühne verkörpern, in Verbindung. Wir sind einfach nur neun Typen aus Iowa, welche die bestmögliche Musik auf die Beine stellen wollen."

Der Sänger schlüpft auf der Bühne aber keinesfalls in eine Rolle, die nicht seinem Naturell entspricht.

"Der erste Grund, warum wir uns für die Masken entschieden haben, war, dass wir mit unserer Persönlichkeit in der Musik aufgehen wollten. Die ganze Musikindustrie konzentriert sich so stark auf das Image. Es kommt so häufig vor, dass Leute sagen: "Die Musik ist beschissen, aber der Kerl sieht cool aus. Lasst uns ein Poster von ihm machen." In der Vergangenheit wurde die Aufmerksamkeit so oft von der Musik weggelenkt. Wir wollen die Musik in den Mittelpunkt rücken. Hinter den Masken verbergen sich ganz normale Typen. Entweder du kommst damit klar oder du lässt es bleiben."

Von der Begeisterung um Slipknot haben sich nicht nur Ottonormalverbraucher wie du und ich anstecken lassen. Zahlreiche bekannte Fans unterstützen die Band so gut sie können. Ich denke da zum Beispiel an Kerry King von Slayer, der keine Gelegenheit auslässt, seine Begeisterung für die Combo kundzutun.

"Es ist einfach großartig, wenn jemand wie Kerry King einfach mal schnell aus den Staaten nach Deutschland fliegt, nur um ein wenig mit uns gemeinsam abzuhängen. Das zeigt uns, dass wir etwas richtig gemacht haben müssen. Schließlich ist Kerry jemand, der mit seinem Respekt anderen Musikern gegenüber sehr zurückhaltend umgeht. Max von Soulfly hat uns auch immer geholfen und er ist ebenfalls ein großartiger Musiker."

Auf der anderen Seite zieht der Erfolg auch Neider an, die sich der Band gegenüber vielleicht tolerant geben, aber hinter ihrem Rücken alles tun, um ihr zu schaden.

"Gerade in diesem Geschäft gibt es viele, die im übertragenen Sinne ihre Messer wetzen und die nur auf eine günstige Gelegenheit warten, dir in den Rücken fallen zu können.

"Wir machen es Außenstehenden sehr schwer, von uns akzeptiert zu werden. Das hilft uns. Trotzdem müssen wir uns mit vielen dieser falschen Schlangen herumschlagen, da sie einfach ein Teil der Musikindustrie sind."

Die Texte der aktuellen Silberscheibe fielen um einiges persönlicher aus, als das in der Vergangenheit der Fall war.

"Ich habe mich zum ersten Mal getraut, Themen zu behandeln, über die ich normal nicht einmal spreche. Die Platte wurde von starken Emotionen geprägt."

Persönliche Erlebnisse bildeten in der Vergangenheit auch schon den Stoff, aus dem slipknotsche Lyrik gewoben ist.

"Ich habe immer versucht, meine eigene Vergangenheit aufzuarbeiten. Auf der ersten Platte beschäftigte ich mich in erster Linie damit, mit dem Finger auf andere Leute zu zeigen. Dieses Mal spielten Dinge eine Rolle, die mit dafür verantwortlich waren, warum ich überhaupt angefangen habe, Musik zu machen."

Im Folgenden wird Corey sehr persönlich.

"In meiner Kindheit vermisste ich eine Vaterfigur, die mir den Weg wies. Ein anderer Text dreht sich darum als ich das letzte Mal aus mehr als dummen Gründen versuchte, Selbstmord zu begehen. All diese Erlebnisse steckten über lange Zeit in mir. Jetzt reflektieren sie unsere Musik, ich möchte darüber reden. Das tut zwar weh, aber auf der anderen Seite ist es schön, auf die Bühne gehen zu können und seinem Zorn freien Lauf zu lassen. Nach einem Konzert fühle ich mich sehr ruhig. Ich bin sehr dankbar, diese Möglichkeit zu haben, denn viele andere Menschen haben sie nicht."

Musik und Texte bilden eine echte Einheit, was vielleicht nicht zuletzt auf die Reihenfolge der Entstehung der beiden Bestandteile der Songs zurückzuführen ist.

"Zuerst ist immer die Musik da. Ich lasse die anderen erst einmal machen. Die Gitarren, Rhythmen, DJ-Elemente werden zu einem endgültigen Produkt gemacht. Ich komme mit den Texten ins Spiel, wenn alle anderen Arbeiten an den Tracks endgültig abgeschlossen sind. Ich möchte den Entstehungsprozess nicht unnötig kompliziert gestalten, indem ich Texte schreibe und meine Mitmusiker dann ständig die Kompositionen an meinen Input anpassen müssen. Natürlich höre ich mir ständig an, was die anderen so treiben, denn das inspiriert mich."

Wie eingangs erwähnt, verfolgen Slipknot eine äußerst restriktive Politik, wenn es um "Iowa" geht. Die Promotion für die CD läuft auf Hochtouren, doch bisher kein Journalist bekam etwas zu hören. Macht sich da etwa die Angst vor dem Medium "Internet" breit?

"Niemand hat das Album bisher. Nicht einmal ich selbst habe eine Kopie der CD zu Hause. Das hat aber nichts mit dem Internet zu tun. Wir wollten der Industrie, die uns maßregeln will, einfach zeigen, dass wir uns nicht an ihre Gesetze halten. Das hat in der Vergangenheit funktioniert, warum sollte das jetzt nicht auch klappen? Wir wollen, dass alle Leute das Album mit frischen Ohren hören und nicht, dass sie im Vorfeld andauernd eine Single um die Ohren geblasen bekommen, die sie dann irgendwann nicht mehr hören können."

Eine Meinung zum Internet hat Corey trotzdem.

"Natürlich hat das Internet zahlreiche positive Aspekte. Auf der anderen Seite findet immer weniger Kommunikation von Angesicht zu Angesicht statt. Die Leute sitzen Tag für Tag 18 Stunden vor ihrer Kiste. Sie vernachlässigen jeglichen Kontakt zu ihren Mitmenschen. Isolation ist eine üble Sache. Wir haben zwar auch eine Homepage, die uns wichtig ist. Aber nichts ersetzt das Ritual, in einen Laden zu gehen und herauszufinden, ob einem eine Platte gefällt oder nicht. Das fehlt den Leuten, wenn sie sich ihr Zeug herunterladen. Ich war einer der ersten in der Schlange, die sich "Seasons in the abyss" zulegte. Als ich mich auf den Weg nach Hause machte, konnte ich es kaum erwarten, das Ding endlich zu hören. Solche Traditionen brauchen sich nicht zu verändern."

Eine reichlich konventionelle Einstellung eines innovativen Musikers, die ich in dieser Form nicht unbedingt erwartet hätte. Es kommt so häufig vor, dass Leute sagen: Die Musik ist beschissen, aber der Kerl sieht cool aus. Auf der ersten Platte beschäftigte ich mich in erster Linie damit, mit dem Finger auf andere Leute zu zeigen. Dieses Mal spielten Dinge eine Rolle, die mit dafür verantwortlich waren, warum ich überhaupt angefangen habe, Musik zu machen. Wir wollten der Industrie, die uns maßregeln will, einfach zeigen, dass wir uns nicht an ihre Gesetze halten.




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