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System Of A Down
Wahnsinn mit Methode/Götterdämmerung
 

Der Countdown läuft: Vier Jahre nach "Toxicity" melden sich System Of A Down mit einem Paukenschlag zurück. "Mesmerize" und "Hynotize" sind zwei separate, neue Alben, die im Abstand von sechs Monaten erscheinen und den innovativen Stilmix aus Metal, Punk und armenischer Folklore auf die ultimative Spitze treiben. Wie das geht, wie das klingt und was dahinter steckt, erfuhr EMP von Gitarrist und Mastermind Daron Malakian.

Du giltst als Workaholic der Band und hast seit Fertigstellung der Alben angeblich schon wieder viele neue Songs geschrieben. Stimmt das?

"Und ob! Seit den Aufnahmen zu 'Hypnotize' und 'Mesmerize' habe ich ungefähr 30 neue Stücke geschrieben. Allerdings ist es nicht sicher, ob sie je erscheinen. Die meisten werden wohl nie an die Öffentlichkeit gelangen. Dabei trage ich rund um die Uhr Ideen mit mir herum. Natürlich ist das nicht besonders gesund, aber was soll's, so bin ich halt. Für mich spielt Musik die gleiche Rolle wie Essen, Trinken oder Schlafen: Es ist einfach eine Sache, ohne die ich nicht leben kann."

Und dieser kreative Overkill sorgt dafür, dass ihr 2005 gleich zwei Alben veröffentlicht?

"Das ist der Hauptgrund. Allerdings stellt das Material auf 'Hypnotize' and 'Mesmerize' maximal ein Zehntel dessen dar, was ich in den letzten vier Jahren geschrieben habe. Ich muss mich wohl damit abfinden, dass ich nicht alles, was ich schreibe, veröffentlichen kann."

Warum erscheinen die beiden Alben zeitversetzt? Habt ihr Angst, die Fans schlichtweg zu überfordern?

"Ganz genau. Du kannst den Leuten nicht zwei Alben dieses Kalibers vorspielen und erwarten, dass sie bis zur letzten Minute zuhören. Das ist die Generation der I-Pod-Hörer, die es nicht mehr gewöhnt sind, ein komplettes Album von vorne bis hinten durchzuhören. Deshalb ist unsere Entscheidung, zwei kürzere Alben zeitversetzt zu veröffentlichen, auch nicht die schlechteste, denn so gibst du jedem einzelnen Song die Gelegenheit, auch wirklich gehört zu werden. Und in anderen Bereichen des menschlichen Lebens ist es genau so. Wenn du zum Beispiel 30 Leute auf einmal triffst, wie hoch ist die Chance, dass du dich mit jedem einzelnen beschäftigst? Wie viele von den 30 hast du am Ende des Abends kennen gelernt und an wie viele kannst du dich später noch erinnern? Genau das möchte ich bei unseren Songs verhindern. Ich will, dass jeder einzelne gehört wird."

Stilistisch ist das Ganze ein kunterbuntes Potpourri aus allem und jedem, gewürzt mit einer kräftigen Priese 80s Metal.

"Klar, Metal aus den '80ern und Metal im Allgemeinen ist ein nicht zu leugnender Einfluss auf die Musik von System Of A Down. Allerdings wäre es ungerecht, uns nur darauf reduzieren zu wollen. Ich finde, man kann so viele Einflüsse in unserer Musik festmachen. Ein Song mag in einem Moment nach den Zombies klingen, im nächsten nach Venom und plötzlich hörst du Harmonien, die von den Supremes stammen könnten. Du siehst: Mein Musikgeschmack ist ziemlich weit gefächert, und deshalb wirst du auch immer alle möglichen Stilrichtungen aus System Of A Down-Songs heraushören. Man könnte das auch so sagen: Wenn zehn Leute ein Kind zeugen, würde es die Charakteristika aller Beteiligten aufweisen. Ähnlich ist es mit einem System Of A Down-Song - das ist das, was wir Vier zu gleichen Teilen einbringen."

Inwieweit reflektiert ein Song wie "Kill Rock'n'Roll" eure Einstellung zur heutigen Rockmusik? (lacht)

"Um ehrlich zu sein, hat der Song mehrere Bedeutungen, die sich aber nicht so einfach erschließen. Ausgangspunkt war ein Unfall, bei dem ich ein Kaninchen überfahren habe. Am nächsten Tag sah ich ein weiteres Kaninchen und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es sich um einen Verwandten des anderen Tieres handelt. Es starrte mich die ganze Zeit an, und ich bekam ein fürchterlich schlechtes Gewissen. Also entschloss ich mich, dem toten Tier den Namen 'Rock'n'Roll' zu geben und einen Song über sein Ableben zu schreiben. Viele Leute werden jetzt sagen: 'Häh? Das macht doch keinen Sinn!' Gut, vielleicht nicht für jeden, aber für mich auf jeden Fall."

Womit wir bei der humorvollen Seite der Band wären, die ständig übersehen wird ...

"Schön, dass du das ansprichst, denn ehrlich gesagt, geht es mir schon seit längerem auf den Senkel, immer nur auf den Status des 'Politrockers' reduziert zu werden. Wenn Leute unseren Namen hören, denken sie: 'SOAD - das ist doch diese Polit-Combo.' Und bis zu einem gewissen Punkt haben sie ja auch Recht. Aber es ist nicht so, dass es in unserem Leben oder unserer Musik nichts anderes gäbe. Stell dir vor: Die meisten unserer Songs handeln gar nicht von Politik, aber es waren nun einmal die paar Nummern mit politischem Anspruch, die den größten Erfolg hatten. Und die Konsequenz ist, dass uns die Leute für extrem politisch halten. Als ob wir den ganzen Tag zusammensitzen und über nichts anderes reden würden. Natürlich tun wir das nicht. Wir albern rum und haben Spaß. So wie jede andere Band auch. Unsere Musik ist nicht Ausdruck einer politischen Einstellung, sondern eine Reflektion unseres alltäglichen Lebens. Und das kann manchmal ganz banal sein. Ich wache zum Beispiel morgens auf, dusche, fahre zu einem Burgerladen, bestelle was zu essen, und obwohl ich ausdrücklich sage, dass ich keine Gurken auf dem Burger haben will, sind da natürlich welche drauf, was mich richtig sauer macht. Dann fahre ich weiter und stehe an einer roten Ampel, obwohl weit und breit kein Fußgänger ist, der über die Straße will. Also frage ich mich, warum zum Teufel ich nicht einfach Gas gebe. Erst die Gurken, dann die rote Ampel. Ich bin richtig sauer und fahre viel schneller als sonst, bis ich dummerweise ein Kaninchen überrolle. Das sind die Erlebnisse, die ich in meinen Songs verarbeite."

Trotzdem werden "Attack" und "B.Y.O.B." als politische Songs des Albums wieder am meisten Beachtung finden ...

"Aber selbst die sind nicht unbedingt politisch. Es geht übrigens gar nicht darum, sich über George W. Bush zu beschweren, weil ich das recht müßig finde. Sich über ihn zu beschweren wäre in etwa so, als ob du nach Disneyland fährst, und dich anschließend bei Mickey Maus auskotzt, dass es dir dort nicht gefallen hat. Wer würde so etwas tun und sich ernsthaft bei Mickey Maus beschweren? Siehst du, genau so verhält es sich mit George W. Bush."

Wäre Kerry wirklich der bessere Präsident gewesen?

"Nein, zwischen den beiden gab und gibt es keinen Unterschied. Fakt ist, dass die Außenpolitik der Vereinigten Staaten nicht erst seit dem 11. September 2001 eine extrem aggressive Form angenommen hat, und ich betrachte es als meine Aufgabe, die Menschen darüber aufzuklären. Denn warum sollte man dem Präsidenten vorhalten, was er ohnehin schon weiß? Wenn überhaupt, muss man dem Mann auf der Straße die Augen öffnen. Etwa über die Tatsache, dass es immer die Armen sind, die dazu gezwungen werden, Kriege für die Reichen zu führen. Man hat erst dann Erfolg, wenn man die Leute zum Nachdenken bringt, so dass sie sich fragen: 'Hey, warum sollte ich in den Krieg ziehen? Nur um dafür zu sorgen, dass diese reichen Hurensöhne noch reicher werden?' Aufklärungsarbeit ist sehr wichtig. Allerdings gibt es da auch Gefahren. Manche Leute sind sehr verärgert, wenn du ihnen erzählst, dass das Buch, aus dem sie die Richtlinien für ihr gesamtes Leben ziehen, nur aus Lügen besteht. Die erste Reaktion ist meistens pure Wut, und da muss man aufpassen. Die Wahrheit wird von vielen als unangenehm empfunden. Aber unser Anspruch mit SOAD ist es, sie dir direkt ins Gesicht zu brüllen. Und wenn es dir nicht gefällt, was du da hörst, umso besser."

Wo marschieren die USA als nächstes ein? Iran oder Nordkorea?

"Ich weiß es nicht, und darum geht es auch nicht. Für mich ist System Of A Down eine politische Band, weil wir Dinge ansprechen, die uns nicht gefallen. Das politische System ist ja letztlich nur eine Fortsetzung unserer Kultur, d.h. Politiker fordern und setzen die Dinge durch, die mehrheitlich in unserer Kultur akzeptiert werden. Würden wir alle in einer Gesellschaft leben, die Satan anbetet, wären alle Politiker Satanisten - und wenn Abtreibung oder Homosexualität gesellschaftlich mehrheitlich anerkannt würden, wären alle Politiker für Abtreibung oder schwule Ehen. Insofern geht es mir vielmehr um gesellschaftliche Strömungen, die es zu beeinflussen gilt. Momentan hat jeder in den USA Angst vor einer wie auch immer gearteten Bedrohung, und wenn du Angst hast, fällst du nicht gerade die vernünftigsten Entscheidungen. Wenn wir es nicht hinbekommen, zu relaxen und einzusehen, dass unsere Nachbarn eigentlich ganz OK sind und keine Pläne hegen, uns bei der nächsten Gelegenheit den Schädel einzuschlagen, werden wir weiterhin in einer paranoiden Gesellschaft leben, die andere bombardiert. Allein schon aus der Angst heraus, selbst bombardiert zu werden."

Ihr geht im Juni auf Deutschland-Tournee und spielt in riesigen Arenen und Stadien. Wie lässt sich das mit dem Idealismus von System Of A Down verbinden?

"Egal, wo wir spielen, ich bleibe immer der, der ich schon immer war. Ich bin in einem Ein-Zimmer-Apartment groß geworden, das ich mir 12 Jahre lang mit meinen Eltern teilen musste. Niemand in unserer Familie ist jemals reich gewesen, und das prägt. OK, mittlerweile habe ich etwas Geld und lebe in einem schönen Haus in einer Nachbarschaft, die reich ist. Aber ich bin trotzdem nicht wie sie, und das gleiche gilt für die Band: Auch, wenn wir in Stadien spielen, wie all die anderen Großverdiener, bedeutet das nicht, dass wir uns verändern werden. Wir werden niemals unsere Wurzeln, unsere Integrität und die Zeit vergessen, die wir miteinander verbracht haben, als es uns noch nicht so gut ging. Viele Bands drehen irgendwann durch, verlieren die Bodenhaftung, und dann geht es ihnen nur noch darum, eine große Bühnenshow aufzufahren und noch mehr Kohle zu verdienen. Aber wir sind anders. Uns geht es einzig um die Musik und darum, diejenigen zu bleiben, die wir sind. Wir sind einfache Leute, die einfach ihre Songs spielen wollen."

 




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